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Interview mit Helmut Hartmann, Produktkonstrukteur von ‚Kira’

Helmut Hartmann arbeitet seit über 30 Jahren bei dem Kinder- und Jugendmöbelhersteller PAIDI. Er ist dort für die Entwicklung und Konstruktion von Möbelprogrammen zuständig und zeichnet als Leiter der Produktkonstruktion für das Design verantwortlich.

Welche Vorgaben bzw. Idee gab es für die Entwicklung von ‚Kira’?

In den letzten Jahren waren Baby- und Kinderzimmer gefragt, die sich bezüglich des Designs an den Möbeln für Erwachsene orientieren. Das heißt, klare Linien, moderner, aber dennoch schlichter Charakter und zeitlose Eleganz. Wir wollten mit dem neuen Programm Kira den Ansprüchen unserer Kunden gerecht werden und ein sehr designorientiertes Möbel entwickeln. Darüber hinaus war es unsere Idee, Wabenplatten zu verwenden, mit denen starke Dimensionen mit wenig Gewicht realisiert werden können.

Aus Erfahrung wissen wir, dass Kunden beim Kauf von Kindermöbeln darauf achten, dass diese stabil und langlebig sind, damit sie über Jahre hinweg den kleinen Besitzer oder das jüngere Geschwisterchen begleiten können. PAIDI ist dafür bekannt, dass die Möbel mitwachsen und dass sie über Jahre hinweg auch optisch modern sind. Ich denke, mit dem Programm Kira konnten wir all unsere Ansprüche realisieren.


Ein Clou und eine Neuheit bei Babybettchen ist die Acrylglasscheibe. Warum haben Sie sich für dieses Material entschieden?

Wir wollten einmal etwas Neues und Anderes ausprobieren als die Schlupfsprossen. Zuerst dachten wir an ein Holzbrett, fanden dies aber nicht sehr sympathisch – wir wollten lieber etwas Transparentes. Und somit war die Idee für die Acrylglasscheibe geboren. Sie ist einfach herausnehmbar, schnell wieder einzusetzen und stabil. Außerdem hat das Baby dadurch eine bessere Sicht und kann so seine eigene kleine Welt entdecken. Wir versuchen bei der Konzeption eines neuen Zimmers uns in die Situation des Nachwuchses und in den kindlichen Forscherdrang zu versetzen. Und ich denke, so ein Ausblick wird den kleinen Zwergen gefallen.

Woher bekommen Sie Ihre Inspiration bzw. Ihre Ideen für neue Produktlinie?

Es gibt viele Quellen, aus denen ich Impulse bekomme. In erster Linie beziehe ich meine Inspiration für neue Ideen aus anderen Segmenten, wie zum Beispiel aus Schlafzimmer- oder Wohnzimmereinrichtungen. Aber auch Zeitschriften und Kataloge gehören zu meiner Pflichtlektüre. Bei der Farbwahl geben mir zum einen die Modetrends Anreize und zum anderen orientiere ich mich an der Präsentation von Dekorlieferanten. Es macht Spaß, solche Trends frühzeitig zu erkennen. All diesen Input versuche ich dann in den neuen PAIDI-Möbelprogrammen umzusetzen und hoffe natürlich, dass sie den Geschmack unserer Kunden treffen.

Was macht das Programm ‚Kira’ aus?

Der Unterschied zu klassischen Programmen fällt gleich ins Auge. Nicht nur die quadratischen Griffe sind ein Blickfang, sondern auch die eher untypische, offene Form des Regals. Die Quadrate an den Schranktüren und Schubladen nehmen die Form der starken Seiten und Böden wieder auf und harmonieren somit perfekt. Bei dem Regal wollte ich einmal weg von dem „normalen“ Kastenregal und wollte etwas Luftigeres konzipieren, das nicht zu schwer wirkt. Ich denke, das ist uns gelungen.

Auch bei der Wickelkommode sind wir weg von den normalen Maßen. Aus optischen, aber auch praktischen Gründen ist sie etwas breiter als üblich. Darüber hinaus sind die Frontteile nach oben versetzt und erlauben somit mehr Fußfreiheit für Mütter oder Väter beim Wickeln.

Ein weiteres Merkmal, das jedoch vielmehr technischer Art ist, ist die Verwendung von Wabenplatten. Wie bereits erwähnt können dadurch solch starke Dimensionen wie bei Kira gut verwirklicht werden und machen die Möbelstücke dennoch noch tragbar.


Wie lange haben Sie an der Entwicklung von ‚Kira’ gearbeitet, bis Sie mit dem Endprodukt zufrieden waren?

Nicht solange, wie viele wahrscheinlich denken. Wenn die Idee einmal geboren ist, geht die Umsetzung relativ schnell. Natürlich wird dabei noch in die eine oder andere Richtung experimentiert und verschiedene Dinge ausprobiert, aber das Grundgerüst steht rasch fest. Außerdem verzichte ich bei der Konzeption auf aufwendige 3D-Animationen, das spart viel Zeit. Grundlagen sind meine Zeichnungen und meine Vorstellung im Kopf – und dann geht’s los mit der praktischen Arbeit an den Erstmustern.


Den Trend – helle mit dunklen Möbeln zu kombinieren – gibt es bereits seit einigen Jahren im Segment Kinderzimmer. Wird er sich Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren fortsetzen bzw. was denken Sie, sind die Trends für die Zukunft?

Ich denke, der Hell-Dunkel-Kontrast wird sich abschwächen. Es werden meiner Meinung nach vielmehr warme Holztöne nachgefragt werden, wie zum Beispiel Eiche. Gerade im Baby- und Kinderzimmerbereich setzen viele Eltern auf Gemütlichkeit und Geborgenheit. Auch starke Kontraste bei den Möbeln werden weniger werden, aber sicherlich als interessanter Blickfang nicht ganz verschwinden. Eine schlichte und zeitlose Einrichtung wird weiterhin ein Trend sein, den man beobachten kann.

Kira Paidi


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