Am ersten Adventswochenende ist es wieder soweit: Vor gut gefüllten
Spielzeugregalen stehen Eltern mit ratlosem Blick und langen
Wunschlisten. Meldungen über Rückrufaktionen und giftige Substanzen in
Kinderspielzeug machen zusätzlich unsicher.
"Gerade wenn es um
Spielzeug geht, sollten übereilte Käufe zur Weihnachtszeit vermieden
werden", rät Martina Abel, Geschäftsführerin der
Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. in Bonn.
Die BAG hat zehn Tipps zusammengestellt, auf die Eltern beim Weihnachtseinkauf für Kinder achten sollten.
+++ 10 Tipps für den Weihnachtseinkauf von Kinderspielzeug +++
1. Gütesiegel und KennzeichenEs
ist einfach, Preis und Design eines Spielzeugs festzustellen. Anders
sieht es bei der Qualität aus. Da hilft oft schon ein Blick auf die
Verpackung: Welche Gütesiegel hat das Produkt bekommen? Die gängigsten
Prüfzeichen sind: GS-Zeichen, Proof-Zeichen und "LGA Tested
Quality"-Zertifikat. Für Elektrospielzeug ist das VDE-Siegel
entscheidend. Darüber hinaus stehen auch die Gütesiegel "Der blaue
Engel" und "spiel gut" für getestete, umweltfreundliche und sichere
Produkte.
2. TestergebnisseEltern sollten sich vor dem
Kauf informieren, ob bereits Testergebnisse der gängigen
Verbraucherschützer über das jeweilige Produkt vorliegen. Stiftung
Warentest prüft Produkte und veröffentlicht die Ergebnisse in einer
monatlich erscheinenden Zeitschrift. Gerne hilft auch die örtliche
Verbraucherzentrale weiter.
3. BeratungVor dem Kauf
sollten Eltern das Spielzeug erst einmal selbst in der Hand gehalten
haben. Nur so ist es möglich, sich ein umfassendes Bild über Qualität
und Sicherheit zu machen. Aus diesem Grund eignen sich Einzelhandel und
Kaufhäuser für die Weihnachtseinkäufe besser als Internethändler.
4. GeruchNicht
jedes Spielzeug enthält auch
Prüfsiegel. Dann ist es wichtig, beim Kauf
seinen Sinnen zu vertrauen. Ein erster Anhaltspunkt ist der Riechtest:
Riecht das Spielzeug neutral oder stark nach Chemikalien? Ein
wahrnehmbarer Geruch kann auf gesundheitsschädigende Lösungsmittel
hinweisen. Auch beduftete Spielzeuge wie Teddys oder Puppen lieber im
Laden lassen. Einige Duftstoffe können Allergien auslösen.
5. VerarbeitungDas
Spielzeug darf keine scharfen oder spitzen Kanten aufweisen.
Holzspielzeug sollte glatt und gut verarbeitet sein, damit sich keine
Splitter lösen. Klappbare Einzelteile müssen gerade bei Babys und
Kleinkindern vermieden werden, hier kann es zu Quetschungen kommen. Ist
das Produkt stabil? Besitzt es kleine oder leicht ablösbare Einzelteile
wie Augen oder Knöpfe? Ist dabei keine Sorgfalt zu erkennen, lässt das
negative Rückschlüsse auf die Qualität des Spielzeugs zu.
6. Lackierte OberflächenLackierte
Spielwaren müssen schweiß- und speichelfest sein. Bei Produkten für
kleinere Kinder darauf achten, dass sie abwaschbar sind. Tipp: Bleibt
beim Rubbeln mit angefeuchtetem Finger Farbe an der Hand hängen: Finger
weg!
7. KunststoffPlastikteile sollten nicht aus PVC
bestehen, das oft schädigende Weichmacher enthält. Spielwaren aus
ABS-Kunststoff hingegen sind unbedenklich. Ein Blick auf das Spielzeug
selbst hilft: Ein auf dem Plastik aufgebrachtes Dreieck gibt Auskunft
über die Zusammensetzung. An der 03 erkennen Sie das gefährliche PVC.
8. LärmFinger
weg von Rasseln und Instrumenten, die ein Erwachsener als zu laut
empfindet. Kinderohren sind empfindlich. Bei solchen Produkten
unbedingt die Altersangabe beachten.
9. KleinteileSpielzeug,
das kleiner ist als ein Tischtennisball, ist ungeeignet für
Kleinkinder
unter drei Jahren. Ebenso sollte das Spielzeug keine verschluckbaren
Kleinteile oder herausnehmbare Batterien besitzen.
Bei Geschenken
mit Kleinteilen im Inneren, zum Beispiel Rasseln, sollte Wert auf eine
gute Verarbeitung gelegt werden. Beim Kauf solcher Geschenke unbedingt
die Altersangabe "Nicht geeignet für Kinder unter drei Jahren" beachten.
10. Vorsicht bei BilligproduktenBeim
Kauf von Kinderspielzeug gilt: Günstige Produkte sind oft weniger gut
verarbeitet und damit auch weniger sicher. Bei Billigprodukten ist die
Gefahr, auf gefälschte Prüfsiegel zu stoßen, ebenfalls größer.
Gefälschte Siegel lassen sich aber in vielen Fällen leicht erkennen:
Das GS-Siegel etwa ist immer mit dem Zeichen des jeweiligen
Prüfinstituts angebracht. Fehlt dieses Zeichen, ist das Siegel
gefälscht.
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